Projekt Details
Projekt

Veranstalter:
Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen
Mit Unterstütztung des:
Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen
Inhaltliches Konzept,Text und Karten:
Erwin Funk und Josef Hirsch
Lektorat:
Dr. Michael Hoffmann
Ausstellungstechnik:
Thomas Hefele
Gestaltung, Layout, Satz und Illustration:
Katrin Hauf (ars navigandi GmbH)
Sponsoren:
Raiffeisenbank Bühlertal eG
VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG
Als Jagst, Kocher und Bühler noch zur Donau flossen
Wie erzählt man eine Geschichte, die sich über Millionen Jahre erstreckt – verständlich, zugänglich und visuell erlebbar?
Für den Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen sowie den Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen entwickelte ars navigandi ein ganzheitliches Ausstellungskonzept, das genau diese Herausforderung annimmt: Die Flussumkehr von Jagst, Kocher und Bühler – ein geologisches Phänomen, das unsere Landschaft bis heute prägt.
Über den Veranstalter

Der Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen e.V. setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die Erforschung, Dokumentation und lebendige Vermittlung der lokalen Geschichte und Kultur in Bühlerzell und Geifertshofen ein.
Durch seine vielfältigen Aktivitäten – von der Heimatforschung und der Herausgabe historischer Publikationen über historische Rundgänge und Vorträge bis hin zu Ausstellungen und virtuellen Rundfahrten – schafft der Verein wertvolle Begegnungsräume zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Besonders hervorzuheben ist die preisgekrönte „Chronik Bühlerzell und Geifertshofen“, die 2023 mit dem 2. Platz beim Landespreis für Heimatforschung Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Mit seiner Arbeit stärkt der Verein nicht nur das kulturelle Gedächtnis der Region, sondern fördert auch den generationenübergreifenden Austausch und das Gemeinschaftsgefühl vor Ort. Die aktuelle Ausstellung steht in dieser Tradition und lädt ein, die reiche Geschichte der Gemeinde auf anschauliche Weise zu entdecken.
Herausforderung: Komplexe Erdgeschichte verständlich machen
Die Ausgangslage war klar – und anspruchsvoll:
- wissenschaftlich fundierte Inhalte
- heterogene Zielgruppen (von Schulklassen bis Geologie-Interessierte)
- wechselnde Ausstellungsorte (Landesgartenschau, Schloss ob Ellwangen… )
- analoge Tafeln mit optionaler digitaler Erweiterung
Die zentrale Frage lautete: Wie übersetzen wir geologische Prozesse in eine intuitive, visuelle User Journey?
Wissen zugänglich machen
Stellen Sie sich vor: Jahrmillionen lang entwässerten Jagst, Kocher und Bühler nicht in den Rhein, sondern in die Donau. Eine Vorstellung, die heute kaum noch möglich erscheint! Die Ausstellung beleuchtet auf sechs informativen und visuell ansprechenden Tafeln den zeitlichen Ablauf und die Gründe für diese dramatische Flussumkehr. Erfahren Sie, wie geologische Kräfte und Veränderungen über Millionen von Jahren die Landschaft formten und das heutige Flusssystem prägten.
Die Ausstellung soll nicht nur informieren, sondern:
- Orientierung schaffen
- Zusammenhänge sichtbar machen
- Neugier wecken
- und zur vertieften Auseinandersetzung einladen
Konzept: Eine visuelle Dramaturgie über Millionen Jahre
Unser Ziel war es, eine Ausstellung zu schaffen, die sowohl informativ als auch ästhetisch ansprechend ist. Dabei haben wir uns von den besonderen geologischen Gegebenheiten inspirieren lassen und ein Konzept entwickelt, das die Geschichte der Flüsse auf eindrucksvolle Weise erzählt. Das Herzstück des Gestaltungskonzepts ist eine klare, intuitive Leitidee: Der Farbverlauf als Storytelling-Element
Ein durchgehender Farbverlauf von Blau zu Rot erzählt die Geschichte der Flussumkehr
Die Ausstellungstafeln sind durch einen durchdachten Farbverlauf von Blau nach Rot gestaltet. Blau symbolisiert die ursprüngliche Fließrichtung zur Donau, während Rot die spätere Umkehr zur Rheinrichtung repräsentiert. Dieser Farbverlauf zieht sich durch die gesamte Ausstellung und sorgt für einen starken visuellen Eindruck.
- Blau → ursprüngliche Fließrichtung zur Donau
- Rot → Umkehr in Richtung Rhein
Dieser Verlauf zieht sich konsequent durch:
- alle Ausstellungstafeln
- Karten und Infografiken
- das Logo und Key-Visual
- das gesamte Orientierungssystem
Ergebnis: Ein visuelles Leitsystem, das Besucher intuitiv durch Zeit und Raum navigiert.

Ein Modulares Ausstellungssystem
Flexibilität für vielfältige Räume: Die Tafeln sind so konzipiert, dass sie flexibel arrangiert werden können. Ob an einer Wand nebeneinander, in Zick-Zack-Formation oder in Gruppen – die Ausstellung passt sich ihren räumlichen Gegebenheiten an. Dies ermöglicht die Umsetzung als Wanderausstellung und die Nutzung unterschiedlicher Ausstellungsflächen.
Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert:
- Sechs Tafeln im Großformat (ca. 1 x 2 m)
- frei kombinierbar:
- linear
- im Zick-Zack
- in Gruppen
- unterschiedliche Raumwirkungen je nach Aufbau
Vorteil: Maximale Flexibilität für verschiedene Ausstellungsorte – bei gleichbleibender Dramaturgie.

Informationsdesign auf Augenhöhe
Klare Kommunikation und Lesbarkeit: Wir haben großen Wert auf eine gute Lesbarkeit der Texte gelegt. Klare Überschriften, ein durchdachtes Orientierungssystem und eine moderne Typografie helfen den Besuchern, sich schnell zurechtzufinden und die Informationen mühelos aufzunehmen.
Die Gestaltung folgt klaren UX-Prinzipien:
- klare Hierarchien (Headline → Subline → Visual → Text)
- Infografiken auf Augenhöhe für detaillierte Betrachtung
- reduzierter Lesewiderstand durch typografische Klarheit
- Orientierungssystem über Nummerierung und Struktur
Die Ausstellung funktioniert wie eine gut gestaltete Website: Scannbar, verständlich, zugänglich.

Storytelling durch Illustration
Visuelle Highlights: Jede Tafel wird durch eine Illustration mit einem repräsentativen Tier aus der jeweiligen Zeitperiode versehen. Diese Eyecatcher ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Vergangenheit. Zudem finden sich in den unteren Bereichen der Tafeln detaillierte Illustrationen der damaligen Flora, die das Bild der klimatischen Bedingungen der jeweiligen Epoche vervollständigen. So erhält jede Tafel eine eigene visuelle Identität.
Eye-Catcher am Kopf der Tafel
Klimatische Gegebenheiten, der Zeitepochen am Fuß der Tafel
Prozess: Vom Scribble zur Ausstellung
Die Umsetzung folgte einem iterativen Designprozess:
- Konzeption & Storystruktur
- Moodboards & Stilentwicklung
- Layout-Skizzen und Dramaturgie
- Illustration & Infografik
- Feinschliff & Druckvorbereitung
Mit kontinuierlichen Feedbackschleifen entstand Schritt für Schritt ein konsistentes, hochwertiges Ausstellungssystem.
Von der Skizze zur Illustration
Ergebnis: Orientierung in Raum, Zeit und Inhalt
Die Ausstellung zeigt, was gutes Design leisten kann:
- komplexe Inhalte verständlich machen
- Aufmerksamkeit erzeugen
- Wissen erlebbar machen
- und Menschen für ihre Region begeistern
Ein gelungenes Beispiel für: Informationsdesign, Storytelling und visuelle Navigation im Raum
Ausstellung besuchen
| Datum | Ort |
|---|---|
| 03.–14. Juni | Landesgartenschau Ellwangen – Landespavillon Treffpunkt Baden-Württemberg |
| ab 18. Juni | Schlossmuseum; Schloss ob Ellwangen |

















































